Montag, 28. Februar 2011

SMS - Suck my shit!

Der Zauber einer SMS ist immer wieder überraschend. Heute Morgen wurde ich aus meinem Schlaf gerissen, weil mein Handy geklingelt hat. »Hey, eine SMS!«, habe ich mich gefreut. »Wer wird das sein? Die beste Freundin? Oder vielleicht doch, die langersehnte SMS von deinem Fick von letzter Woche?«
Die Enttäuschung folgte zugleich, denn es war mein Telefonanbieter, der mir mitteilte, ich habe 50 Cent gutgeschrieben bekommen. Diese 50 Cent können meinen jetzt aufkommenden Frust auch nicht wett machen. Was soll, das? Warum schickt ihr mir die früh morgens??? Und ich dachte es sei wichtig.
Aber so ist das doch immer. Man wartet vergebens auf eine SMS, die man sich wünscht. Es fängt morgens an. Man schaut nach, ob man eine Nachricht erhalten hat. Nichts. Man schaut dann den ganzen Tag über verteilt immer wieder auf sein Handy mit dem Hintergedanken, jetzt eine Nachricht erhalten zu haben, denn man erhofft sich, eine nahestehende Person würde sich bei einem melden und sich ihm mitteilen. Man blickt aufs Handy. Nichts. Zwei Stunden vergehen. Noch ein weiterer prüfender Blick. Wieder nichts. Wenn man dann die Hoffnung auf eine lang ersehnte SMS schon aufgegeben hat und man wiederholt das Handy zückt, dann, ja dann endlich: NICHTS.
Aber wieso haben wir das Bedürfnis, dass andere Menschen uns etwas mitteilen? Liegt es daran, dass eine SMS mehr ist, als eine kurze Textnachricht? Eine SMS zeigt doch, dass andere Menschen an einen denken. Diese Gedanken sind dann zwar auf 120 Zeichen reduziert, aber dennoch reichen diese wenigen Worte aus, um unsere Stimmung zu beeinflussen.
Eine SMS kann soviel mehr ausdrücken, als eine dreieinhalbseitige Email oder ein romantischer Liebesbrief. (Nicht, dass es an letzterem etwas auszusetzen gäbe.) Es kommt auf die Wortwahl an. Die sind meistens, dank der begrenzten Zeichen, sehr gewählt und auf den Punkt gebracht.
Eine SMS am Morgen von deinem Liebsten kann dir den Tag versüßen - sie kann ihn dir jedoch auch ruinieren. Es ist faszinierend, dass 120 Zeichen so gewichtig sein können, dass sie einem Freude bereiten. Oder den Tag versauen.
S M S = short message service. Dieser Service hat uns schon einige Dienste geleistet. Wir benutzen diesen Service alle und können kaum auf ihn verzichten. Er ist eine gute Alternative zu einem Anruf. Vor allem bei negativen Nachrichten ziehen wir eine SMS dem Anruf vor, damit wir die Reaktionen des Gegenübers nicht miterleben müssen.
SMS können heimlich, unauffällig und im Stillen versendet werden. Das ist gut und hat uns schon aus manchen Situationen gerettet. Ein kurzer Hilferuf an die beste Freundin bei einem missglückten Blinddate. Drei Sekunden später der erlösende Anruf und man macht sich so schnell wie möglich ins "Krankenhaus". Oder die heimliche Toiletten-SMS an die beste Freundin, um noch ein paar Ratschläge einzuholen, wenn einem das Date gefällt. Eine »Guten Morgen, ich denke an dich, mein Schatz«-SMS kann der Start in den perfekten Tag sein, obwohl diese SMS mit Kitsch gefüllt ist.
Es gibt natürlich auch leider die Kehrseite der Medaille. Gerne schicken wir eine Kurznachricht, um etwa jemanden mitzuteilen, dass man später kommt. Oder auch sehr beliebt ist die SMS für eine Absage. Sie selbst zu verfassen fällt uns leichter, als sie zu erhalten. Es gibt nichts elenderes als lesen zu müssen, dass dein Treffen zu spät kommt. Oder gar nicht. Und meist lesen wir die wichtigen Nachrichten immer zu spät. So spielt das Leben.
Kurznachrichten können unser Leben retten. Nein. Das ist übertrieben. Sagen wir einfach, sie erleichtern unsere Lebensweise. Wir stehen öfter in Kontakt mit Personen, die uns etwas bedeuten. Und das ist der Grund, warum man sich wieder und wieder dabei erwischt, wie man auf sein Handy schaut. Wir haben dieses Verlangen, dass da jemand ist, der gerade an uns denkt. Aber wie es der Zufall ist, erhält man dann nur eine SMS von seinem Telefonanbieter. So warte ich vergebens darauf, endlich die SMS zu bekommen, die ich gerne lesen würde. Aber wahrscheinlich kann ich da lange warten. Ich schicke auch nicht oft Kurznachrichten, aber warum erwarte ich es dann von anderen?
Ich habe mal vor langer Zeit mit einer sehr guten Freundin die Abkürzung von SMS umkreiert in »Suck my shit!« Ich finde, in den meisten Nachrichten, die man erhält, schwingt diese unterschwellige Aussage »Friss das!« oft mit. Deswegen passt die Umschreibung sehr gut. Es gibt Kurznachrichten, auf die man einfach nichts erwidern kann. So erging es mir heute Morgen, als ich die Scheiße meines Telefonanbieters schlucken musste… Aber immerhin 50 Cent.

2 Kommentare:

  1. ich habe fast immer ein ungutes gefühl, wenn ich ne sms bekomme V_V 85% sind nämlich die von dir erwähnten absagen und zu-spät-kommer-nachrichten.

    aber über 50ct würd ich mich trotzdem freuen xD (der geizige schwabe in mir mal wieder XD)

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  2. hach... du bist ein Schatz...

    Ja SMS sind ne zwilichtige Angelegenheit....

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