Freitag, 24. September 2010

»Erst kommt das Fressen, dann die Moral«

Dienstag, 21. September 2010, 23.44 Uhr

Wie bei meinem letzten Vollmondeintrag »Alle 28 Tage…« schon angedeutet, gibt es Dinge, die einen wahnsinnig machen wie zum Beispiel ungeschehene Taten oder Ungesagtes. Sprich: Wenn sich beispielsweise eine nahe stehende Person oder besser ein Mann wochenlang nicht bei einem meldet. Warum? Woran liegt es, dass man sich nicht rührt und ein Lebenszeichen von sich geben kann? Ich weiß, es gibt Tage, da geht alles drunter und drüber, aber ich finde, man kann sich immer drei Minuten Zeit nehmen und ein Lebenszeichen von sich geben. Das ist das Mindeste. Auch wenn es nur eine SMS mit den vier kleinen Worten »Ich denke an dich« oder Ähnliches wäre. Mehr braucht man nicht, um zu wissen, dass es da jemanden gibt. Der Mensch hat Bedürfnisse. Und davon reichlich. Diese wollen auch befriedigt werden.
Aufmerksamkeit ist eine davon. Deswegen zählt jede Aufmerksamkeit, die einem geschenkt wird. Sie lässt einen für einen kurzen Moment erstrahlen.
Aber warum fällt es uns dann so schwer, die Bedürfnisse Anderer zu stillen? Vielleicht, weil man zu sehr damit beschäftigt ist, seine eigenen Bedürfnisse zu befriedigen? Ist es wie eine Sucht? Nur mit anderen Drogen? Ist es das? Oder wissen wir einfach nicht, was der Andere gerade braucht? Was wir selbst gerade brauchen?
Dabei macht es einen wahnsinnig, den ganzen Tag über aufs Handy zu schauen, ob endlich die lang ersehnte SMS angekommen ist. Oder darauf zu warten, dass das Telefon endlich klingelt. Nichts! Das geht Tage, das geht Wochen, vielleicht auch Monate. Und immer noch nichts. Die Enttäuschung wächst, während die Erwartung schrumpft. Wäre der Stolz nicht so groß, dann würden wir uns wenigstens melden. Aber warum sollte man sich bei jemand melden, der einen scheinbar vergessen hat? Oder denkt der Andere gerade das Gleiche? Wir wissen es nicht.
Letztendlich meldet man sich doch und im schlimmsten Fall merkt man, dass die Freude nicht wirklich erwidert wird. Die Zurückweisung ermahnt uns in der Zukunft auf seinen Stolz zu hören. Trotzdem wünschen wir uns nichts anderes, als dass die Person sich von sich aus bei einem meldet, obwohl man mittlerweile weiß, dass das nicht passieren wird. Sind wir Masochisten? Oder ist es die Sucht nach einer kleinen Dosis Aufmerksamkeit, um dieses Bedürfnis zu stillen, die uns so handeln lässt?
Man könnte diese Situation einfach aufklären, indem man der anderen Person mitteilt, was einen bedrückt, welche Wünsche und Bedürfnisse man hat und wie diese gestillt werden können.
Aber man tut es ja doch nicht. Man würde nicht zugeben, dass man abhängig ist, dass man einer Sucht verfallen ist, von der man ohne Schmerzen nicht mehr loskommt. Man offenbart nicht seine Gefühle, noch weniger spricht man darüber. Ebenso wenig wie sein Gegenüber es tut.
Aber warum fällt es uns so schwer, über Gefühle zu sprechen? Oder vielleicht noch schwerer Emotionen zu zeigen? Woran liegt es? Dabei fällt es uns doch so leicht, die falschen Gefühle zu zeigen. Es ist zum Beispiel ziemlich leicht, Männern zu suggerieren, dass man sie begehrt, obwohl man sie nur benutzt, sie anlügt, um sie ins Bett zu bekommen. Schwerer fällt es einem, dem Mann, der einen abweist, mitzuteilen, dass man begehrt werden möchte.
Uns fällt es vergleichsweise leicht sie anzulügen, obwohl die Männer Recht haben, wenn sie fragen, ob sie einen kleinen Penis haben. Aber warum fällt es uns dann so schwer, jemanden zu gestehen, dass man ihn mag und wann hört man endlich auf ihn zu verletzen, indem man das Gegenteil behauptet? Warum kann man dem Mann, der nur Sex von einem will, nicht sagen, dass der Sex allein nicht reicht und man auch gerne mal von ihm in den Arm genommen werden möchte, wenn man ihn braucht? Aber warum fällt es uns so leicht, nicht auf den Sex verzichten zu wollen?
Nicht weil wir feige sind, handeln wir so, sondern, weil wir unsere Bedürfnisse befriedigen wollen. Leider bleibt dabei Einiges auf der Strecke. Man kann eben nicht alles haben. Man kann es nicht jedem Recht machen. Sich selbst eingeschlossen.
Erst kommt das Fressen, dann die Moral.
Deswegen spricht man wohl nicht über seine Gefühle oder zeigt sie gar, wenn man dann dadurch seine Bedürfnisse untergraben würde. Erst wenn alle Bedürfnisse gestillt sind und es uns annähernd gut geht, dann können wir uns hinterher Gedanken darüber machen, ob Geschehenes richtig oder falsch war. Doch meist scheitern wir schon vorher beim Fressen. Denn wir werden niemals wirklich satt. Wir haben zu viel Angst, dass unsere Bedürfnisse nicht mehr gestillt werden, wenn alles gesagt ist, alles getan ist. Warum sein wahres Gesicht zeigen, wenn man so doch leichter ans Fressen kommt? Warum das Risiko eines Entzuges auf sich nehmen?
Keiner kann es uns Recht machen, ebenso wenig wie wir es können. Somit bleiben Dinge ungeschehen, Worte ungesagt. Der Wahnsinn bleibt. Der brainfuck kommt. Er bleibt. Die ungestillten Bedürfnisse bleiben. Werden auch vielleicht in Zukunft nie wirklich gestillt, sondern nur von anderen Bedürfnissen oder Sehnsüchten überlagert, die schwerer wiegen. Was einem bleibt, ist ein gebrochenes Selbst, neugeboren aus den verlorenen Erwartungshaltungen, die man einst hatte und der wachsenden Enttäuschung. Wie kommt man los von dieser Droge der Selbstvernichtung, die sich Leben schimpft?

Sonntag, 29. August 2010

Alle 28 Tage...

Mittwoch, 25. August 2010, 02.18 Uhr

Momentan ist Vollmond. Ich kann nicht schlafen. Liege wach im Bett. Meine Gedanken kreisen. Man sagt, sensible Menschen haben oft Einschlafschwierigkeiten bei Vollmond. Ich versuche vergebens zu schlafen, denn mir schwirren zu viele Gedanken im Kopf. Und sobald ich dann endlich eingeschlafen bin, wälze ich mich unruhig im Bett.

Es ist Fluch und Segen zugleich. Denn eigentlich mag ich den Vollmond. Es ist schön zu sehen, wie der Mond das Sonnenlicht reflektiert und die Nacht erleuchtet. Ich stehe bei Vollmond oft auf, schlafen kann ich ja so wie so kaum, und stelle mich ans Fenster. Dann beobachte ich ihn, wie er so alleine und traurig auf die Erde schaut. Umgeben von hunderten von Sternen, die in seinem grellen Licht recht blass aussehen. Dann kommt mir immer der Gedanke »Der Mond ist eine Drama-Queen. Putzt sich alle 28 Tage raus und stiehlt den Sternen die Show!« Ach, ich liebe den Vollmond. Auch wenn er mir den Schlaf raubt. Er zieht mich immer in seinen Bann. Dann rauch ich ein paar fags und starre hinauf zu meinem alten Freund.

Wusstet ihr, dass der Vollmond die Zeit der Erfüllung und der Vollendung ist? Es ist auch die Zeit der Fruchtbarkeit. Er fördert künstlerische Inspirationen und kreative Arbeiten. Steigert Lebenslust und Tatendrang.

Das Erklärt auch, warum ich in diesen Tagen wieder ein paar Gedanken ordnen und niederschreiben kann. Auch wenn es mir schwer fällt, meine Gedanken zu sortieren. Ja ich merke, wie ich in dieser Zeit voll Energie geladen bin. Leider nur nachts. Ich bemerke die Unruhe in meinem Kopf und wie ich vergebens versuche, einfach mal abzuschalten. Einfach zu entspannen. Aber ich bin unter Spannung. Denn mir gehen erlebte Momente, Emotionen & Unterhaltungen nicht aus dem Kopf. Immer und immer wieder kreisen die selben Gedanken, wiederholen sich, schwirren umher. Eigentlich genieße ich diese Momente, in denen ich melancholisch über mein Leben sinniere.

Aber es ist nicht nur der Vollmond, der mich nicht schlafen lässt. Da ist noch etwas anderes. Zur Zeit sind es die Männer, die mir keine Ruhe lassen. An alle Mädels da draußen: WARUM? Warum sind Männer so verdammt kompliziert?

Dabei gibt es doch so verdammt viele da draußen. Und alle sind sie so verdammt unterschiedlich – wie sie verdammt noch mal gleich sind. Denn: Alle Männer haben eins gemeinsam – ja vielleicht sogar mich eingeschlossen – sie schaffen es immer wieder dein Gehirn zu ficken. BRAIN. FUCK.

Und so stehe ich am Fenster, ziehe an meiner fag und kann nicht schlafen. Vielleicht liegt es am Vollmond. Vielleicht am brainfuck. Vielleicht beides.

Danke, brainfuck. Danke, Männerwelt! Liebe Männer, denkt doch bitte das nächste Mal darüber nach, über das, was ihr sagt und was ihr macht, bevor ihr unsere sensiblen Köpflein fickt. UND – was noch viel wichtiger ist – überlegt euch gut, was ihr NICHT sagt und NICHT macht, denn das fickt uns noch mehr und wir Mädels müssen uns dann tagelang den Kopf darüber zerbrechen.

Genauso wie der Vollmond sind die Männer sowohl Fluch und Segen. Wir können nicht mit ihnen und noch viel weniger ohne sie leben. Manche Männer sind einfach einzigartig wie der Mond, jedoch kaum erreichbar. Andere so heiß und unerreichbar wie die Sonne und wiederum andere sind so unvollkommen wie die Nacht, dafür aber um so liebenswerter. Anderen dagegen möchte man entkommen, bevor die Nacht vorübergeht und einigen noch weniger bei Tag begegnen.

Ja, ja, die Männer haben es uns angetan. Und obwohl sie einem ständig den Kopf ficken, kann man es ihnen kaum verübeln, denn schließlich sind es einfach nur Männer! Die wenigsten wissen überhaupt, was sie tun oder NICHT tun. Nun. Man sagt auch, dass es ratsam ist, bei Vollmond Dinge zum Abschluss zu bringen. So ziehe ich das letzte Mal an meiner fag für diese Nacht, verabschiede mich vom Vollmond und versuche noch ein wenig zu schlafen. In drei Stunden geht die Sonne auf. Wenigstens haben sich ein paar wirre Gedanken gelegt. In den nächsten paar Nächten wird der Mond abnehmen und ich werde Zeit haben, meine Energie zu regenerieren. Vielleicht werden dann meine Gedanken wieder klarer. Aber eines darf ich nie vergessen:
Ich bin schließlich auch nur ein Mann!

Anmerkung der Redaktion

Ich schreibe gerne meine Gedanken zuerst auf Papier nieder. Und tippe sie dann ab, wenn ich Zeit habe. Und zudem ist mein PC eine Schrottmühle. Ich versuche gerade seit einer halben Stunde diese wenigen Zeilen zu schreiben... Ich bin entnervt...

Deswegen werde ich zukünftig Datum und Uhrzeit über den Eintrag schreiben.

Anderes Thema:
Ich habe herausgefunden, dass "fag hag" zu deutsch die "Schwulenmutti" ist. Passt ja irgendwie. Auch wenn es paradox ist. Aber paradox passt noch mehr zu mir...

Viel Spaß mit meinem neuen Eintrag.

Mittwoch, 4. August 2010

Die Gewissheit des Ungewissen – oder: Warum befriedigen mich keine Liebesfilme?

Warum können mich Liebesfilme nicht befriedigen? Oder sollte ich nur fragen: Warum befriedigen mich keine Liebesfilme? Liegt es daran, dass etwas mit mir nicht stimmt? Weil ich nicht darauf hereinfalle, was Hollywood und Konsorten uns suggerieren möchte? Oder bin ich doch ein Quäntchen schlauer als der Durchschnitt und bin schon längst dahinter gekommen? Und das eher reichlich zu spät. Naja, wie sagt man, besser spät als nie. So musste ich erkennen, dass jede Kino-Romanze mindestens so realistisch ist, wie wenn der Papst eigenhändig Kondome in Afrika verteilen und nebenbei eine Petition für die Homo-Ehe unterschreiben würde.
Sind wir doch mal ehrlich, was möchte Hollywood von uns? Oder: was wollen wir vom Kino? Was für eine Erwartungshaltung haben wir? Ich habe jedenfalls für mich festgestellt, dass mich keine Schnulze glücklich macht. Vor allem Gay-Movies. Die fahren eine extra Schiene. Nein, nicht wegen dem homophilen Inhalt, sondern da sie den Durchschnitts-Homo mehr deprimieren als jeder Heten-Streifen, was beim letzteren an der fehlenden Empathie liegen mag. Jedenfalls deprimieren sie. Denn es gibt nur drei Arten, wie eine Schwulen-Romanze enden kann:
  • Das Happyend
  • Das Nicht-Happyend
  • Das Open End
Habt ihr jetzt mehr erwartet? Ihr fragt euch jetzt bestimmt, »wo ist denn da der Unterschied zu Heten-Schnulzen?« Vielleicht gibt es ja auch keinen, dann wäre es bei den Heten auch nicht anders. Aber am Ende steht nur die Enttäuschung! Ja, so ist es leider.
Man kommt aus einem Film und ist einfach nur emotional ergriffen und gerührt. Aber wenn man mal genauer darüber nachdenkt, weiß man, man wurde fett beschissen. Und fühlt sich betrogen. Nehmen wir das ganze mal näher unter die Lupe:

Das »Happyend«.
Der Hauptdarsteller lernt den Mann fürs Leben kennen oder ist schon seit seiner Teenager-Zeit in ihn verknallt. Wie dem auch sei, nach langem Kampf, ewigen hin und her, bekommen sie sich am Ende doch. Obwohl keiner mehr damit gerechnet hatte, da der Protagonist immer wieder enttäuscht wurde. Aber am Ende siegt die Liebe. Und sie werden Glücklich. Schön! Oder?
Was für ein Bullshit. Wem passiert das schon im wahren Leben? Ich mag mich jetzt vielleicht verbittert anhören, aber wenn wir mal ehrlich sind, dann scheitert es doch meistens lange bevor der Kampf richtig losgeht. Es gibt kein »Happyend«, aber man wünscht es sich so sehr. Dann sieht man es und es ist einfach nur realitätsfern. Es verstimmt einen, weil man weiß, dass so etwas nie jemanden im Alltag widerfahren wird.
Ergo: ein Liebesfilm mit »Happyend« kann mich nicht befriedigen. Er deprimiert mich als Single-Homo, weil er mir vorzeigt, was man haben kann, wenn einem das Glück gut gestellt ist und die Liebe richtig läuft.
Man freut sich also für den Protagonisten – Anmerkung am Rande: als Betrachter versetzt man sich in einer Durchschnittsromanze in die Rolle des Protagonisten und durchlebt seine Gefühlswelt... – also wie gesagt, man freut sich am Ende für den Protagonisten, nicht nur weil man ihn emotional auf den Weg dahin begleitet hat, sonder weil man jedem ein »Happyend« wünscht – sich eingeschlossen.
Eine Zigarette nach dem Film später kommt die Ernüchterung: Man merkt, dass man selbst nie ein »Happyend« bekommen wird. Vielleicht auch deswegen, weil man für sich selbst die Hoffnung darauf schon lange aufgegeben hat.

Kommen wir zum »Nicht-Happyend«.
Es ist dem Namen nach ein »Anti-Happyend«. Der Protagonist läuft den ganzen Film über seiner großen Liebe hinterher und wird am Ende enttäuscht. Entweder, weil die Liebe des Lebens sich seine wahren Gefühle nicht eingesteht, es nicht der Richtige ist oder – ganz dramatisch eben aus Gaywonderland – die bessere Hälfte frühzeitig das Zeitliche segnet, nachdem beiden klar geworden ist, dass sie den Rest ihres Lebens miteinander verbringen wollen. Oder ganz schlicht und einfach und auch am realistischsten: Äußere Umstände – sprich: gesellschaftliche Konventionen – zwingen die Liebenden zu der tragischen Entscheidung, dass ihre Liebe nicht mehr bestehen kann. Wie gesagt, es ist tragisch.
Ich komme aus dem Kino und könnte heulen, weil der Protagonist nicht das bekommen hat, was er so begehrt hatte. Nach einer Zigarette könnte ich kotzen, weil mich der Film in die Realität zurückreißt und mit klar wird, dass es eben ganz genau so läuft: Als schwuler Single-Mann kann man nur enttäuscht werden, sobald man denkt, das wahre Glück gefunden zu haben. Der Kampf ist nicht leicht, war es nie und wird auch nicht leichter werden. Vor allem, wenn man schwul ist. Okay ich gebe zu, ich bediene Klischees, aber es steckt ja immer ein Fünkchen Wahrheit in ihnen.
Und so befriedigen mich Liebesfilme mit »Nicht-Happyend« auch nicht, da sie mir schmerzhaft und meistens höchst theatralisch in queer-Manier aufzeigen, wie die Durchschnitts-Liebe verläuft. Ich sehe mein Leben darin gespiegelt. Okay, zugegeben, vielleicht nur Bruchstücke daraus. Und weder das eine, noch das andere möchte ich dann noch auf der Leinwand sehen.
Im Gegensatz zu dem realitätsfernen »Happyend« ist mir das »Nicht-Happyend« zu realistisch. Der Film deprimiert mich als Single-Homo, weil er mir aufzeigt, wie schwierig das Leben nun mal läuft, wenn einem das Glück in der Liebe versagt bleibt und man am Ende alleine zurückbleibt. Man hat für sich selbst einfach schon zu viele »Nicht-Happyends« durchlebt und man gibt die Hoffnung nicht auf, dass es beim nächsten mal anders abläuft.

Und dann bleibt uns nur noch das »Open End«.
Wie der Name schon sagt, bleibt eben dieses ersehnte Ende einfach offen. Man weiß entweder nicht, ob der Protagonist die Liebe seines Lebens am Ende bekommt oder ob das Paar sich doch noch für eine Beziehung entscheidet, nachdem sie sich endlich in den Armen liegen. Das Einzige, was uns als Betrachter bleibt, nachdem wir den Kinosaal verlassen haben, ist die Gewissheit des Ungewissen. Und diese Unwissenheit, die mir am Ende bleibt, befriedigt mich kein Stück.
Also können Liebesfilme mit »Open End« mich als Single-Homo doch nur deprimieren, da er mir nichts zeigt. Er gibt mir keine Richtung vor, denn alles bleibt ja offen. Der Film fordert sogar von mir, dass ich ihn in meinen Gedanken fortsetze und beende. Aber vermag ich die nötige Kraft dazu zu haben, dem Film ein »Happyend« oder ein »Nicht-Happyend« zu verpassen? Ich denke nicht. Aber trotzdem verlangt das »Open End« eine solche Perversion in meinem Hirn zu vollenden, obwohl der Film selbst nicht im Stande war, diese Entscheidung zu fällen. Das kann einfach nur deprimieren, denn eine Zigarette später hat man immer noch kein passendes Ende gefunden, mit dem man wirklich leben könnte. Es ist wie im realen Leben, alles bleibt offen.

Wer weiß denn schon, was der nächste Tag bringt? Wer oder was wird mich glücklich machen? Wer oder was wird mich befriedigen? Hollywood-Romanzen auf der Kino-Leinwand ganz sicher nicht. Auch wenn ich mich immer frage, welche Intention dahinter stecken mag. Wollen sie nur die Zuschauer ablenken oder verunsichern? Wollen sie das Leben wiedergeben oder bieten sie eine infantile Schnelllösungen für reale Konflikte? Vielleicht habe ich zu viele Erwartungen und zu hohe Ansprüche. Aber ich habe noch nicht die Hoffnung aufgegeben, dass es nicht doch noch ein alternatives Ende gibt, das meinen Ansprüchen und Erwartungen gerecht wird. Oder sollte ich als logische Konsequenz daraus einfach keine Liebesfilme mehr schauen?

Dienstag, 3. August 2010

FagOldHag

Endlich ist es mir gelungen, einen eigenen Blog zu eröffnen.
Ich heiße alle Willkommen, die ihn zukünftig lesen werden.
Ich nenne den Blog »FagOldHag«.

Einige Fragen sich jetzt, was soll das sein, »FagOldHag«?

Für alle Unwissenden, hier die Erklärung:

»fag« ist Englisch für Schwuchtel und ist die Abkürzung von »faggot« für »schwul«. Nicht, dass das in einer Form abwertend gemeint ist, aber hier wird einiges an schwulem Inhalt auftauchen. Warum es dann nicht auch beim Namen nennen?
Natürlich heißt es auch sallopp »Kippe«, und da ich ohne »fags« nicht auskomme, scheint mir das sehr angemessen.

»old hag« ist Englisch für »alte Vettel«, »altes Weib«, »Hexe« oder schlicht und einfach »Schabracke«. Letzteres ist ein persönlicher Insider und ist zurückzuführen auf »Schabraque pur l'homme et la madame«. »old hag« kann aber auch »Scharteke« bedeuten, vom mittelniederdeutschen »scarte« bzw. »scarteke«, was soviel wie »altes Buch« oder »wertloses Schriftstück« bedeutet.
Ob »old hag« mein Wesen beschreibt oder eine Aussage über den Inhalt meines Blogs ist, bleibt offen.

Und da ich hier höchst wertvolles schwules Gedankengut niederschreiben werde, heißt mein Blog »FagOldHag«und ist nicht abwertend ausgelegt.


Mein erster Blog-Eintrag folgt bald. Er heißt »Die Gewissheit des Ungewissen«.

Damit verabschiede ich mich bei euch im Ungewissen!

jack_mcfallen